Zum Geleit 4/21

Ihr herzlich geliebten Brüder, Freunde, liebwerte Gäste und Schwestern,

die Welt draußen begeht die Adventszeit. Wir brauchen daran ja nicht erinnert zu werden, denn uns gilt der wunderbare Ruf „Unser Herr kommt!“ Gerade in diesen Tagen wird uns diese Aussicht wieder aufs Neue größer und herrlicher. Gleichzeitig merken wir, wie der Fürst dieser Welt nicht davon ablässt, Zwietrachtssamen in die Reihen der treuen Seelen zu streuen. So lassen sich nun viele verdiente Brüder und Geschwister von den jüngsten Aussagen des lieben Stammapostels verunsichern, dass das Tausendjährige Reich des Friedens für uns doch nur wieder eine weitere Arbeitsstelle sein würde. Allen jenen altverdienten Gottesknechten und -mägden können wir nur zurufen: Lasst euch euer Kronenrecht nicht aus dem Herzen rauben! Uns gelten die Aussagen unserer Apostel aus Jugendzeiten, dass wir alle im herrlichsten Frieden als Könige und Priester herrschen werden. Sie lehrten uns aber wohl, dass das Worte stets zeitgemäß gepredigt würde. Und so erfüllt es uns mit innerem Mitleid, dass die heutige junge Generation weiter zur Arbeit im Reich des Herrn gerufen ist, aber wir stellen uns demütig unter den so geoffenbarten Willen des Allmächtigen und wollen fürbittend für unsere jungen Geschwister und ihre Arbeit im tausendjährigen Reich eintreten. Gleichzeitig fühlen wir uns getröstet, denn wenn solches nun durch den Munde des lieben Stammapostels offenbar geworden ist, sehen wir: Die Stunde ist nahe herbeigekommen!

Geschwister, lasst uns Acht geben, dass nichts und niemand uns von dieser Zusage trenne. Auch wenn die Welt uns manche Steine der Ablenkung in den Weg legen will, etwa, wenn das Bauamt wieder einmal einen zweiten Flucht- und Rettungsweg für unser Kirchlein fordert: Es gibt nur eine Zuflucht für unsere Seelen und dies ist der Gnaden- und Erlösungsaltar, wie er uns seit nunmehr 70 Jahren offenbar geworden ist!

So lasst uns in lupenreiner Nachfolge weiter fröhlich wandern.

Es grüßt euch herzlich euer
Dk. i.R. H. Eile

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Zum Geleit 3/21

Meine lieben Geschwister und ihr lieben Gäste und Freunde,

Diakon i.R. H. Eile

erneut sind Tage ins Land gezogen und viele Geschwister konnten sich ein paar schöne Urlaubstage gönnen. Sich an des Herren Schöpfung zu erfreuen, mag gewiss viel Freude bringen, aber dabei wollen wir weiter nicht vergessen, dass wir auf einer verfluchten Erde leben, die unauslöschlich ihrem Ende entgegen geht.

Wie wohltuend ist es da, dass uns aus den Händen des lieben Apostels aus Hamburg mahnende Zeilen zuteil wurden, welche uns noch einmal die Bedeutung einer jeden Stunde im Hause des Herrn vor Augen führten. Klar und lauter stellte er uns noch einmal da, auf welche irren Wege wir durch die Pandemie eingeschlagen haben. Da meinen doch manche nun wirklich, dass es ausreichen würde, die Gottesdienste zu Hause beim Frühstück auf dem Sofa zu verfolgen. Womöglich denken sie noch, dass der Herr solches gutheißen und sie gleichwohl segnen würde. Wie schön, dass uns der Apostel nun zusprach, dass die alte Verheißung immer noch gilt: Für jede Stunde, welche wir versäumen, wird uns am Hochzeitstage ein Juwel in der himmlischen Königskrone fehlen!

Geschwister, lasst uns keiner Verflachung hingeben. Es kann hier nicht um Freiwilligkeit oder ähnliches gehen. Zu erscheinen ist unsere heilige Verpflichtung, denn unsere Heimat ist dort in der Höh‘! Gerade unsere jungen Geschwister sollten sich dies einmal durch Herz und Seele ziehen lassen. Wo soll das Werk sonst hingehen?

So lasst uns weiter fröhlich wandern: Aufwärts, abwärts, himmelan!

Euer

Dk. i.R. H. Eile

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Aus dem Sommerloch gekrochen: Alternative Apostolische Kirche vor Gründung

„Immerhin haben wir schon ein Logo, das ist die halbe Miete. Hat die Karin gemacht, die war mal bei der Schülerzeitung.“ (Wolfgang Irrmacher, 56, Bezirksevangelist)

Deutschland. Wie der HEROLD exklusiv in Erfahrung bringen konnte, steht eine neue apostolische Gruppe kurz vor ihrer Gründung. „Uns reicht es langsam mit dem Weltengehorsam.“, so Bezirksevangelist Wolfgang Irrmann, 56. „Jahrzehntelang haben sie uns unterwiesen, das in der Welt nur Wehe, Elend, Leid und Tod zu finden ist, und sämtliche Politiker vom Förster Finsternis höchstpersönlich geleitet werden. Jetzt, wo die auf einmal so ein angebliches Virus erfinden, da machen wir auf einmal einen auf den zehnten Glaubensartikel, oder was? Ich habe mich da im Internet belesen, wir werden überall nur belogen und betrogen. Früher haben wir das mit den Medien ja kritischer gesehen, in der Kirche. Zum Glück hat sich das geändert. Jetzt erkennen wir die Wahrheit.“ Irrmann ist verärgert über seine Kirche und die vielfältigen Einschränkungen in den Gottesdiensten. „Wir wollen endlich mal wieder ordentlich Dampf beim Gemeindegesang ablassen!“, so der erboste Gemeindeleiter.

Irrmann ist nicht allein. Auch Diakon Samiel Wirr ist wütend: „Unsere Kinder wissen gar nicht mehr, was christliche Werte sind, weil uns der Weg in die göttliche Hütte versperrt ist. Wo sollen die das denn bitte lernen? Zu Hause etwa? Dafür sind wir doch nicht zuständig! Haben unsere Eltern doch auch nicht mit uns gemacht! Da kam man aus der Kirche und ließ das Empfangene auch dort! Und jetzt werden wir nicht mehr Erste am Buffet vom Hochzeitssaal, nur weil die Apostel weltenhörig geworden sind? Das kann doch nicht sein! Abendmahlsfeiern kannst du auch vergessen, jetzt wo die Priester alle durchgeimpft sind. Seit wann ist Bill Gates bitte Stammapostel?“

Alternative Apostolische Kirche – so will Wolfgang Irrmann die neue Gemeinschaft nennen. „Wir wollen dabei offen für alle apostolischen Kinder sein. Wegen uns können auch die Kuhlenjünger oder die vom AJC zu uns kommen. Hauptsache, wir zeigen Flagge!!! Schluss mit dem Unterwürfigkeitswahn!“

Begeisterte Rufe auch von anderer Stelle: „Endlich kracht’s mal wieder ordentlich bei den Apostolen. Sind ja auch schon wieder mehr als dreißig Jahre rum seit Wiesbaden ’89“, so ein begeisterter Thorsten Gandalf. Der Pfarrer im Ruhestand leitete lange Jahre die Protestantische Weltanschauungswarte. Insbesondere die Apostolischen bildeten einen Schwerpunkt seiner Beobachtung. „Endlich wieder eine Schwurblergruppe! Bleibt bloß abzuwarten, ob sie eigene Ämter rufen, oder stammaposteltreu bleiben, so wie in den 50ern bei den Holländern“.

„Ob wir eigene Amtsträger benennen, wird die Entwicklung zeigen. Im Notfall haben wir schon einen Propheten in der Hinterhand, der spontane Apostelrufungen vornehmen könnte“, meint Bezirksevangelist Irrmann. „Noch haben Zürich, Stuttgart, Dortmund, Hamburg und Berlin aber die Zügel selbst in der Hand. Sie brauchen nur vernünftig werden und endlich glauben, was im Internet steht.“

Wieviele Gläubige und Gemeinden ihm folgen wollen, will Irrmann nicht konkret benennen. „Es wird sich aber im Raum um die zehntausend mal zehntausend bewegen“.

Der HEROLD bleibt dran!

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Verwirkter Glaube: Kevin

Eine Unterweisung von Hi. i.R. Reiner Lauterquell

Ihr lieben Alle,
nicht erst das jüngste Geleitwort unseres lieben Dk. Eile führte uns vor Augen, wie zerrissen und orientierungslos sich Gottes Volk derzeit durch das Treiben dieser Zeit bewegt. Um wieder einen klaren Blick für diese Zeit voll Tod und Kälte zu gewinnen, möge uns das folgende Geschehen aus der jüngsten Vergangenheit als Augensalbe dienen.

Ein Freund und Bruder aus einer anderen Gemeinde – er dient im Vorsteheramte – erzählte mir erst kürzlich, wie dankbar er sei, dass er und seine Familie noch den wunderbaren Weg gehen könnten. Gerade am Sonntagmorgen genieße er die Zeit am Frühstückstische, wo sich die Familie bereits auf die Stunde im Hause des Herrn vorbereite. Vielleicht mit schönen Melodien von einer Verlags-CD, vielleicht auch mit einem schönen Wort aus dem Buche Sirach. So sei dies auch letztens möglich gewesen, obwohl die lieben Töchter sich auch alsbald auf den Weg zum Jugendgottesdienst begeben mussten. Wie schön, dass solches in unseren Tagen noch möglich ist.

Es war da in unserer Gemeinde aber auch ein junger Bruder: Kevin. Schon bald nach seiner Konfirmation erlernte er das Orgelspiel, um mit dieser Gabe dem Herrn und der Gemeinde zu dienen. Doch schon bald zeigte sich, dass unser junger Bruder nicht vollumfänglich mit der rechten Herzenseinstellung seinen Aufgaben nachging. Sicher mag jeder selbst für sein Tun und Handeln verantwortlich sein, doch sah man schon im äußeren Erscheinungsbilde unseres Bruders, dass das Werk des Herrn in seinem Herzen wohl nicht den ersten Platz einnahm – hätte er doch sonst nicht im bloßen Hemd und einfacher Jeans an der Orgel gesessen. Auch legte manche ausschweifende Variation aus der Orgelliteratur die Vermutung nahe, dass unser junger Bruder seinen Dienst mit einem gewissen Hang zur Selbstdarstellung verrichtete. Somit blieb unserem lieben Vorsteher keine andere Wahl, als unseren jungen Bruder von seinen Aufgaben im Orgelspiele zu entbinden. Dennoch zeigte sich die große Liebe unseres Vorangängers um die jugendlichen Herzen darin, dass er die Gemeinde nach dem Gottesdienst darum bat, in reichliche Fürbitte für die rechte Demut zu treten.

Mit großer Traurigkeit mussten wir beobachten, wie sich unser junger Bruder dieser Liebe nicht recht öffnen konnte. Vielmehr verstockte sein Herz nach dem verantwortungsvollen Handeln unseres lieben Vorstehers zunehmend. So erkannte er auch nicht mehr den Wert einer jeden einzelnen Stunde und blieb den Segnungen des Hauses Gottes fern, sodass auch seinem lieben Mutterherzen nichts weiter übrig blieb, als ihn der elterlichen Wohnung zu verweisen, wollte sie dem Herrn doch auch weiterhin eine treue Magd sein.

Unser junger Bruder aber lud nun manche Schuld auf sich. In einer Wohngruppe untergekommen, widmete er seine Zeit nun zunehmend den Luststätten der Welt im Smartphonespiele. Begann dies noch kostenfrei, so benötigte Kevin doch zunehmend finanzielle Aufwendungen, um in seinem Spiel voranzukommen. Da dies bald seine finanziellen Möglichkeiten überstieg, folgte er dem Angebote zweifelhafter Freunde, welche ihm das Vorankommen zu einem günstigeren Preise möglich machten. Doch auch auf diesem Wege waren Kevins Möglichkeiten bald erschöpft, woraufhin er von den sogenannten Freunden in der Nacht auf einen Sonntag niedergeschlagen und getreten wurde.

Am darauffolgenden Sonntagmorgen erwachte nun unser junger Bruder mit zerschlagenem Gesichte. Doch auch in dieser Situation war er von der Liebe seiner Vorangänger nicht verlassen. Schließlich weckte ihn eine Kurznachricht seines lieben Jugendleiters, ob Kevin denn nicht den Jugendgottesdienst besuchen wolle. Unser junger Bruder ergriff dieses Angebot nun zur Freude seines Jugendleiters, dass dessen beständiges Ringen und Flehen nicht unerhört geblieben war. Doch auch zu diesem Weckrufe schaffte unser Bruder es nicht, sich das hochzeitlich Gewand anzulegen.In Erkenntnis seines Geistes- und Seelenzustandes zog sich Kevin in der Kirche auf die hintere Reihe der Empore zurück, um sein Herz nun im Gebete auszuschütten. Es fiel sein Blick aber auf eine Anzahl weiterer junger Brüder im festlichen Kleide. Diese beendeten gerade das Spiel, welches unserem Bruder zum Verhängnis wurde. Anstatt sich nun dem Gebete zu widmen aber ließ unser junger Bruder sich hiervon nun ablenken, verstockte abermals und verließ von deutlicher innerer Erregung gekennzeichnet den Kirchensaal. So achtete er auch nicht mehr auf seine lieben Mitgeschwister und stieß in seinem fraglichen Zustande zwei junge Schwesterherzen an und verschmutzte ihre Kleidung. Es waren die Töchter meines lieben Freund und Bruders aus der Nachbargemeinde. So um ihre innere Einkehr gebracht, war es ihnen kaum mehr möglich, der Botschaft des Gottesdienstes zu folgen. Dieser war unter das Wort aus Matthäus 5, 9 gestellt: „Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen…“-

Geschwister, es ist nun wichtig zu sagen, dass es uns nicht ansteht, über die inneren Zustände unserer Mitgeschwister zu urteilen. Ein jeder mag in seiner eigenen Verantwortung handeln. Wir wollen aber mehr und mehr innerlich unserem schönen Ziel entgegenstreben und die Welt und ihren Ballast dahinten lassen.

Es grüßt euch euer
R. Lauterquell

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Zum Geleit 2/2021: Mann und Frau – 1+0

Liebe Brüder und Geschwister, sowie Gäste und Freunde!

So schnell vergeht ein Vierteljahr! Haben wir uns vor wenigen Wochen erst in die Fügungen des neuen Jahres eingestellt, stehen wir nun schon wieder vor einem neuen Osterfest, das durch großes Wirken der Gottesmänner uns möge zu neuerlichem Segen gereichen!

In den letzten Wochen erreichten uns in der Redaktion des HEROLD viele, von großer Sorge und mancherlei Verunsicherung geprägte Zuschriften. Die jüngste Verlautbarung aus dem Herzen des lieben Stammapostels, dass Mann und Frau gottgewollt gleichwertig seien, hinterließ in den Herzen vieler treuer Gotteskinder die Frage, ob wir uns denn noch auf dem Weg in den schönen Heimathafen befänden. Diesen Vielen sollen folgende Worte zum Troste gereichen:

Schon die alten Gottesknechte wiesen uns in unserer Jugendzeit immer wieder darauf hin, dass der Mann (1) und die Frau (0) zusammen 10 Kinder ergeben, wenn sie sich unter den Willen unserer Vorangänger stellen. So ist es unsere Ordnung gewesen und was uns unsere Glaubensväter in der Vergangenheit lehrten kann heute nicht falsch sein.

Zum anderen müssen wir den Text der lieben Apostel so verstehen, wie er geschrieben steht. Es mag wohl sein, dass wir nun in die Erkenntnis geführt wurden, dass Mann und Frau gleichwertig geschaffen seien. Aber wir müssen auch zu Ende lesen: Zur Verwaltung der irdischen (!) Schöpfung! So wie wir uns durch den zehnten Glaubensartikel positiv zum Staate halten, können wir unseren weiblichen Mit- und Nebenmenschinnen nun aufrecht und freundlich begegnen.

Im Geistigen aber ändert sich nichts! Dort wollen wir bleiben an allem, was uns die Apostel lehren und treu nachfolgen bis zuletzt! Wir stimmen ein in die Worte des Liederdichters:

Männer sucht er, keine Memmen,
in der glaubensarmen Zeit,
Männer, die zur Fahne Christi
treu zu halten sind bereit,

Männer, wie sie vordem waren –
wie sie heute gehn voran,
im Apostelamte stehen
und als Zeugen brechen Bahn.

Gesangbuch Nr. 397 „Männer ohne Furcht und Wandel“, Strophe 4

So lasst uns weiter fröhlich wandern: Aufwärts, abwärts, himmelan!

Euer Diakon
H. Eile

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Geführt und Bedient – Entscheidung der Administration spaltet die Basis

2022 fusionieren die Gebietskirchen Nord- und Ostdeutschland und Berlin-Brandenburg. Was allseits erwartet wurde, sorgt nun für gespaltene Reaktionen. Der Grund: Die Verwaltung der fusionierten Gebietskirche soll in der Berliner Dunckerstraße eingerichtet werden. Der HEROLD hat ein Stimmungsbild eingefangen.

Soll ab 2022 von Dublin bis Petropawlowsk schalten und walten: Die Kirchenadministration in der Berliner Dunckerstraße.

Hamburg-Wellingsbüttel zum Jahresbeginn 2021. Ein gutbürgerliches Wohnzimmer; an der Wand der Stammapostel, im Bücherregal die Klassiker: Großer Meister, Apostel der Endzeit, Katechismus. Gottlieb W. (74), Diakon im Ruhestand, ist guter Dinge in diesen ersten Tagen des neuen Jahres. „Dass die Fusion kommt, war ja abzusehen. Da hatte ich mich schon mit abgefunden. Aber nun wird es doch eine segensreiche Zukunft“ Der Hintergrund dieser Aussage: Mit dem Ruhestand von Wolfgang Nadolny als Bezirksapostel 2022 sollen die Gebietskirchen Nord- und Ostdeutschland und Berlin-Brandenburg fusioniert werden, dies gab Stammapostel Schneider im Dezember 2020 bekannt. Wie der HEROLD nun aus kircheninternen Kreisen erfuhr, soll die gesamte Administration der fusionierten Gebietskirche im Verlauf des Jahres 2022 nach Berlin verlegt werden. Der Nachfolger Krauses soll 2025 aus der Dunckerstraße kommen. „Damit kommt endlich wieder Zug in den Laden.”, so ein energiegeladener Gottlieb W., nachdem er Kaffee nachgeschenkt hat.

„Wissen Sie, im Grunde sind wir ja alles Brüder und Schwestern im Herrn. Aber wenn ich mir die letzten Jahre so ansehe: wie der Förster Finsternis sein schändliches Werk am Tempel Gottes verrichtet. Und alles nur, weil die Gärtner in der Kirchenleitung nicht die Schere an den Wildwuchs legen. Die glauben wohl alle, dass der Herr selber die Ernte einfährt. In Berlin, da nehmen sie noch ihre Verantwortung wahr. Mein Bruder ist treuer Priester in der brandenburgischen Provinz: Wenn da der Vorsteher eine Ämterstunde durchführt; da ruft der Älteste hinterher erstmal bei meinem Bruder an. Und lässt sich berichten. Dass muss ja schließlich alles seine Ordnung haben, was der Vorsteher sagt. Und wenn der menschliche Geist zu sehr durchschlägt, kann der Älteste dem Einhalt gebieten.“ 

W. ist einer vom alten Schlag. 1962 versiegelt, war er schon ein halbes Jahr später als Diakon mit der Gemeindejugend unterwegs, um die Nachbarschaft vom drohenden Unheil der großen Trübsal in Kenntnis zu setzen. Hier lernte er auch sein spätere Frau kennen, eine Großnichte der Schwiegertochter der Schwägerin des damaligen Bezirksapostel Karl Weinmann. W.s Platz in der Gemeinde war damit gesichert.

„Nachdem Onkel Karl in den Ruhestand gesetzt wurde, fing das Übel an. Die neuen Herrn in der Kirchenleitung haben alle nur das Ihre gesucht, und die Geschwister machen lassen. Ohne Zucht und Ordnung. Schauen Sie sich das doch heute an: Da kann ja jeder kommen. Aber nun wollen wir des Alten nicht mehr gedenken, sondern mit Glaubenseifer in die Zukunft gehen.“

Gottlieb W. (74), Diakon i.R. vom alten Schlag

Man mag W.s Stil etwas aus der Zeit gefallen finden. Doch auch moderatere Strömungen im neuapostolischen Amtskörper scheinen sich mit dem Umzug der Verwaltung zu arrangieren. Im Großraum Hannover scheinen die lieben Brüder pragmatisch mit der administrativen Entscheidung umzugehen. Hier treffe ich Priester Robert G. (42). Er erzählt, wie er Anfang der 2000er als begeisterter Anhänger der Vision 2010 ins Diakonenamt startete:

„Da war Aufbruchsstimmung, wir konnten richtig was bewegen. Die Wort-Inhalts-Rate in den Predigten stieg von Gottesdienst zu Gottesdienst, eine Zunahme der Seelenreife unter den Geschwistern war Jahr für Jahr zu verzeichnen und alles nahm nur eine Richtung: Nach oben. Da waren Jesus und der Heilige Geist 24/7 spürbar. Dann kam Hamburg und auf einmal war das alles tot. Die kamen wieder mit ihren Formalien. Auf einmal war wieder wichtig, wie der Altar aussieht, wie man redet und wie man geht. Alles tote Buchstaben und kein lebendiges Evangelium. Spätestens mit Hamburgs Zehn-Punkte-Plan zur Behandlung von Konflikten (der HEROLD berichtete) war eigentlich nur noch Resignation da. Und totale Verunsicherung. Niemand wusste, was noch ging und was nicht, weil null Feedback von oben kam – oder gleich die Eskalation. Dazwischen gab’s nie viel. Ganz ehrlich? Da fühle ich mich mit Berliner Führungstraditionen besser aufgehoben. Da weißt du halt, dass du in Glauben, Gehorsam und ernstlichem Vorsatz die Hacken zusammenknallen musst. Aber wenn da die Gemeinde eins ist; sich die ganze Zeit vom Geist inspirieren lässt; und nach oben die Klappe hält: dann kann da was gehen.“

Markus G. (42), erweckt-enttäuschter Priester

Warum es überhaupt zu der überraschenden Entscheidung kam, konnte der HEROLD aus verlässlichen Quellen im Umfeld der Administration in Zürich erfahren:

„Die Entscheidung, die Administration der fusionierten NAK Nordost in die Dunckerstraße zu verlegen, geschah aus pragmatischen Gründen. Wenn man bedenkt, dass sich 80% der Fläche der neuen Gebietskirche auf dem Territorium ehemaliger GUS-Staaten befindet, haben die Berliner Brüder einfach den kulturellen Vorteil. Außerdem spielte der Gedanke des brüderlichen Einsseins eine große Rolle. Auch BAP Krause soll, wie seine fusionierten Vorgänger vor ihm, in den Genuss kommen, kurz vor Toresschluss noch drei Viertel des eigenen Verwaltungsstabes zu entlassen.“

Seriöser Kontaktmann, Zürich

So rational einem die Entscheidung der Administration auch erscheinen mag, scheint sie in ebenso gleichem Maße die Emotionen hochzuschaukeln. „Ich bin S.C.H.O.C.K.I.E.R.T.!!!“, so Julia F. (27). 2013 aus dem Vogtland nach Hamburg gezogen, gründete sie noch im selben Jahr einen Jugendchor in ihrer Gemeinde. Mittlerweile besuchen Jugendliche aus dem ganzen Bezirk die Jugendsingabende. In Coronazeiten selbstverständlich digital. Wie unser Treffen.

„Wozu habe ich mir denn hier die ganze Zeit den A**** aufgerissen? Wir haben hier in den letzten Jahren so viel erreicht, damit dass in der Kirche auch mal moderner wird und nicht mehr so konservativ ist. Gerade jetzt in Pandemiezeiten sind wir soweit vorangekommen. Wir haben ein ganzes Virtual-Choir-Album mit NGL-Songs (Neues Geistloses Lied, Anm. der Redaktion) aufgenommen, O!M!G! ist das geil geworden. Das lief sogar vor den Videogottesdiensten! Richtig mega! Endlich mehr cooler Sch*** in der Musik! Ich meine, ist doch egal, Hauptsache Jesus! Wichtig ist doch bloß, dass das auch modern und nicht mehr so konservativ ist. Wenn Berlin übernimmt, müssen wir doch auf einmal Inhalte bringen, sonst darf man da doch nichts mehr machen. Und dann die noch mit ihrem laaaangweiligen Apostelkram und so. Und guck dir doch diesen Eliteschulchor da drüben mal an: Da müssen die jetzt sogar proben in der Übungsstunde! Voll konservativ. Zum Glück ziehe ich nächstes Jahr nach Pößneck, da soll’s nen tollen freikirchlichen Club geben, die machen das da so schön modern, mit Lobpreis und so. Und vor allem nicht mehr so B-O-R-I-N-G.“

Julia F. (27), progressive Jugendchorleiterin

Es bleibt abzuwarten, wie die verschiedenen Funktionsträger in den Gebietskirchen und innerkirchlichen Ministerien auf die emotionalen Reaktionen reagieren werden. Eines steht mit Sicherheit fest: Die Kirchenleitung bleibt ihrer Linie treu, Entscheidungen möglichst kompliziert und intransparent zu treffen. Somit bleibt man auf dem schmalen Weg. Der HEROLD wünscht: Vorwärts! Und zum Wohle!

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Zum Geleit

Ihr lieben Brüder und Geschwister, sowie liebwerte Gäste,

nun sind bereits wieder einige Tage ins Land gezogen, und doch wollen wir die Gelegenheit nicht verlustig gehen lassen, euch an dieser Stelle von Herzen ein gesegnetes neues Jahr zu wünschen. Möge es uns doch bald die Einfahrt in den himmlischen Hafen gewähren.

Mit großer Freude haben wir die Neujahrsbotschaft unseres lieben Stammapostels empfangen. Großer Segen wurde uns dadurch zuteil, denn so konnten wir auf diesem Wege einmal ganz klar und lauter, den sonst den lieben Amtsbrüdern vorbehaltenen Worten der Leitgedanken lauschen. Da dürfen wir auch einmal dankbar für sein, dass wir durch die Segnungen der modernen Technik so unvermittelt unter das reine Apostelwort treten dürfen.

Ein Gedanke legte sich mir dabei auf die Seele: Die Gnadenpforte ist noch nicht verschlossen und damit uns die Möglichkeit gegeben, auch vor unseren Mit- und Nebenmenschen mit dem Liederdichter in einen Vers aus unserem Gesangbuch einzustimmen: „Der Schafstall ist heute noch offen, und Jesus ist Hirte darin!“

Brüder und Schwestern, wir wollen in allem was wir tun, uns darauf einstellen, dass wir schon morgen vom Glauben zum Schauen kommen könnten. Dies macht uns demütig und lässt uns gehorsam unter den Willen unserer Apostel treten, wie er uns durch unsere lieben Bezirksvorsteher vermittelt wird.

So lasst uns weiter fröhlich wandern: Aufwärts, abwärts, himmelan!

Euer Diakon
H. Eile

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Gedicht: Wer ich bin

Wer ich bin

von August Prolle

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Aktuelle Studie: Einnahmen zur Konfirmation in 2015 so hoch wie nie

Konfirmandenunterricht 1949, Quelle: wikimedia commons

Konfirmandenunterricht 1949, Quelle: wikimedia commons

„Kurz nach dem Krieg erhielten die neuapostolischen Konfirmanden durchschnittlich Geldspenden im Gesamtwert von 958 Reichsmark, das entsprach ab Juni 1948 etwa 98 D-Mark“ so die angesehene Analytikerin Frau Dr. K. Moos vom Institut für Finanzen und Sozialethik in Berchtesgaden. Sie untersuchte für die Gebietskirche Süddeutschland die Finanzflüsse innerhalb der Gemeinden, dabei wurden auch die Schenkungen zu Taufen und Konfirmationen berücksichtigt.

Ursprüngliches Ziel der Studie war die Erfassung der Finanzströme pro Gemeinde und Jahr in Süddeutschland, damit jene in die Kosten-Nutzen-Rechnung zukünftiger Entscheidungen für oder gegen Gemeindestandorte einfließen können. Ebenso lassen sich so Rückschlüsse auf die Opfereinnahmen bilden.

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Sonntagsumfrage (3): Wieviele Punkte geben Sie Ihrem Gemeindechor?

Nach der ESC-Pleite von Deutschland am letztem Wochenende steht in vielen Herzen die Frage, ob man nicht besser den eigenen Gemeindechor nach Wien hätte schicken sollen, da dieser sicher mehr Chancen als Ann-Sophie gehabt hätte.

Genau deswegen will DER HEROLD wissen: Wieviele Punkte würden Sie Ihrem Gemeindechor für die heute Darbietung im Gottesdienst geben?

(Teilnahme an der Umfrage ist Pflicht und wird vom Hauspriester auf der Besuchskarte vermerkt.)

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